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Jul 282017
 

Das Bündnis „Erfurt für Alle!“ hat einen Offenen Brief zur Immobilienvergabe der Stadt verfasst. Wir unterstützen das Anliegen und dokumentieren den Brief hier im Wortlaut:

Offener Brief an den Oberbürgermeister, die Fraktionen des Stadtrates und die Verwaltung

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Andreas Bausewein,
sehr geehrte Mitglieder der Fraktionen,
sehr geehrte Beschäftigte der Stadtverwaltung Erfurt,

Diskussionsforen und Informationsreihen haben es in den vergangenen Monaten gezeigt: Die Situation auf dem Erfurter Wohnungs- und Immobilienmarkt hat sich dramatisch verschärft. Für Geringverdiener*innen und nicht-kommerzielle Wohn- und Kulturprojekte ist die Situation prekär. Sie finden keinen Platz mehr in dieser Stadt. Auch der Erfurter Stadtrat hat Anfang des Jahres festgestellt, dass dauerhaft bezahlbarer Miet- und Wohnraum erhalten und neu geschaffen werden muss. Dazu erarbeitet die Verwaltung der Stadt Erfurt nach unserem Kenntnisstand eine neue Vergaberichtlinie für städtische Grundstücke und Immobilien.

Das Bündnis “Erfurt für Alle!” will sich in die Entwicklung dieser Richtlinie einbringen und fordert, in den Erstellungsprozess einbezogen zu werden. Unsere zentrale Forderung ist, städtische Immobilen und Grundstücke grundsätzlich nicht zum Höchstpreis zu vergeben, sondern nach folgenden Kriterien zu entscheiden:

  • dauerhafte Sicherung sozialverträglicher Mieten
  • Bereicherung des solidarischen Miteinanders im Stadtteil
  • gemeinschaftliche, selbstorganisierte und nicht-renditeorientierte Organisationsform der Bewohner*innen (Wohnprojekte und Initiativen)

Konzeptionell haben andere Städte und Kommunen längst entsprechende Vergaberichtlinien auf den Weg gebracht. Ein positives Beispiel aus Sicht von “Erfurt für Alle!” ist aktuell in Leipzig zu sehen. “Erfurt für Alle!” wird sich in den kommenden Wochen mit einem ausführlicheren Katalog von Rahmenbedingungen und Forderungen an die Verwaltung der Stadt Erfurt wenden.

Für Rückfragen oder eine Diskussion stehen wir gerne zur Verfügung unter info@erfurtfueralle.de.

Wir unterstützen die Forderungen des Bündnisses „Erfurt für Alle!“

  • Frau Korte
  • Hausprojekt wohnopolis
  • KUNSTHAUS ERFURT
  • Lebenswert4
  • s.P.u.K. e.V.
  • SpielRaum für Persönlichkeiten
  • Stattschloss e.V.
  • Wohnopia e.V.
  • Wohnprojektgruppe BLA (bürgerlich, links, alternativ)
  • Mehrwertstadt Erfurt
  • Sowohl e.V.
  • Torsten Kamieth
  • DreiHäuser und ein Pavillon – Gemeinschaftliches Wohnen in der Grimmstraße
Mai 032017
 

Wer sich nen Schild ans Haus bohrt macht klar: so schnell wollen wir hier nicht mehr weg. Doch statt eines schnöden Messingschilds haben wir uns von Felix und Christoph ein schniekes Emailleschild anfertigen lassen. Nun hängt dieses an unserer Wand und soll ganz, ganz alt werden. Wir haben den Prozess ausführlich dokumentiert.

Von der Schruppscheibe bis hin zur letzten Schraube, so entsteht ein Emailleschild:

P.s.: Zum nächsten Hausgeburtstag wollen wir ein „s“ kaufen und lösen

 

 Veröffentlicht von
Mrz 272017
 

logogWer in Erfurt eine Wohnung sucht, weiß es schon länger: Mit der Einwohner_innenzahl steigt auch die Miete, bezahlbarer Wohnraum ist kaum noch zu bekommen.Dass es derzeit ein Problem gibt, hat mittlerweile sogar die Stadt selbst erkannt: So will der Stadtrat laut Beschluss die „Wohnungspolitik in Erfurt neu ausrichten“. Eine dreiteilige Veranstaltungsreihe in der [L50] möchte sich in die aktuelle Debatte in Erfurt einmischen. Unter dem Titel „Stadt(entwicklung) geht anders“ wird es im April und Mai drei Veranstaltungen geben, zu der Ihr herzlich eingeladen seid:

13.04.17, 19 Uhr: Film „Buy Buy St.Pauli“
Film und Diskussion über neoliberale Stadtentwicklung

26.04.17, 19 Uhr Film „Das ist unser Haus!“
Film und Diskussion über selbstorganisierte Wohnformen

04.05.17, 19 Uhr Haus- und Wagenrat Leipzig
Vortrag und Diskussion über Wohnungspolitik

Infos zu allen Veranstaltungen findet ihr auf der Seite des s.P.u.K. e.V.
Ob wir unter den derzeitigen Marktbedingungen unser Projekt noch einmal verwirklichen könnten, ist fraglich. Wir hoffen, dass die Veranstaltungsreihe helfen kann, die Chancen für weitere Hausprojekte als Orte des selbstorganisierten und sozialverträglichen Wohnens in Erfurt zu verbessern.

Feb 242017
 

Die Häuser denen, die drin wohnen / Rücke vor zur Schlossallee

> Broschüre als Downloadbroschuere_nr7_gedreht

Das Mietshäuser Syndikat stellt sich vor: Die aktuelle Bestandsaufnahme der Hausprojekte und -initiativen in gedruckter Form – mit Selbstdarstellungen aller Projekte im Verbund.
Die gedruckte Broschüre liegt auch zum Anschauen und Abholen im öffentlichen Bereich [L50] unseres Hausprojekts in Erfurt aus.

Feb 242017
 

„Das ist unser Haus!“ – Räume aneignen mit dem Mietshäuser Syndikat
(D 2016, 65 Min., 16:9)

> Film hier anschauen

Gemeineigentum – Selbstorganisation – Solidarität – Seit vielen Jahren gibt es eine Netzwerkstruktur von mehr als 100 Hausprojekten in Stadt und Land, um die Wohnungsfrage nach anderen Werten zu organisieren: das Mietshäuser Syndikat. Finanzschwache Gruppen können sich mit der Solidarität anderer ermächtigen und so bezahlbare Räume sichern. Deshalb wächst in immer mehr Köpfen das Interesse an dieser wichtigen Initiative aus der Zivilgesellschaft.

Im 65 minütigen Film „Das ist unser Haus!“ erläutern Akteure des Mietshäuser Syndikats das Modell der kollektiven Raumaneignung und präsentieren vielseitige Projekte in unterschiedlichen räumlichen Kontexten. Die Zuschauer werden motiviert, eigene Projekte im stabilen solidarischen Verbund des Mietshäuser Syndikats zu starten.

Mit Impressionen aus den Projekten: Freie Hütte (Lübeck), LÜDIA (Hadmersleben), Handwerkerhof Ottensen (Hamburg), Jugendwohnprojekt Mittendrin (Neuruppin), Grethergelände (Freiburg), 4-Häuser-Projekt (Tübingen)

Jun 202016
 

FR Signet

Die Frankfurter Rundschau hatte in den vergangenen Wochen eine Interessante Serie:  „Wie wollen wir wohnen?“ war die Frage der Serie, darin wurden ganz unterschiedliche Aspekte des Themas Wohnen beleuchtet. Unter dem Titel „Mieter, vereinigt euch!“ erschien ein lesenswerter Artikel über das Mietshäuser Syndikat. Ihr findet den Artikel hier. Viel Spaß beim lesen!

Mai 122016
 

kleine Räume sind mukkelig und schnukkelig schön. Der einzige Nachteil: schon bald ist der Boden voller Kleidungsstücke und ein Durchkommen ist kaum noch möglich. Die Lösung: Einfach ein paar alte Stühle vom Sperrmüll nehmen, Sitzfläche abtrennen und mit ein paar Schrauben und Dübeln an der Wand befestigen. (Elektrokabel unterm Putz beachten!). Besonders gut eignen sich Stühle, deren Lehnen oberhalb der Sitzfläche einen Knick machen.

Mai 292015
 

Wie funktioniert eigentlich das Mietshäuser Syndikat? Diese Frage taucht immer wieder auf. Statt langer Vorträge und umständlichen Grafiken kann man alle Interessierten bald auf einen Film verweisen, wenn alles so kommt, wie sich die drei Filmemacher das vorstellen. Denn durch eine crowdfunding-Kampagne wird gerade Geld eingesammelt, um einen ein InfoFilm über das Mietshäuser Syndikat zu produzieren. Der Film soll Gruppen ermutigen, selbstorganisierte Hausprojekte mit Hilfe des solidarischen Verbundes zu starten. Ziel des Filmvorhabens ist die hierfür notwendige Wissensvermittlung auf unterhaltsame, lebendige Weise. Akteur_innen aus unterschiedlichen Projekten in Stadt und Land werden das Funktionieren und Wirken des Syndikats erläutern.
Der Film wird für Alle gratis zugänglich sein (CC-Lizenz)!

Ihr könnt das Projekt finanziell unterstützen:  Hier findet ihr sämtliche Infos und die Möglichkeit, eine Regstrierung ist nicht erforderlich.

Mai 292015
 

Ende vergangenen Jahres wurden viele Hausprojekte und andere gemeinnützige oder soziale Projekte aufgeschreckt. Der Versuch, einen besseren Schutz von Kleinanleger_innen in ein Gesetz zu gießen, drohte viele Projekte der solidarischen Ökonomie in ihrer Existenz zu gefährden, auch die Projekte unter dem Dach das Mietshäuser Syndikats.
Viele Menschen haben sich in den vergangenen Monate dafür eingesetzt, den vorliegenden Gesetzentwurf zu verändern und auch das Mietshäuser Syndikat hat gezeigt, dass man im Verbund eine stärkere Stimme erhält. Das Engagement hat sich gelohnt, denn am 23.04. wurde ein in wesentlichen Punkten verändertes Gesetz verabschiedet, das die Situation für uns und viele andere Initiativen der solidarischen Ökonomie im Vergleich zum ersten Entwurf erheblich verbessert. Wir sagen „Danke“ an alle, die sich eingebracht haben, aber auch an diejenigen, die zugehört und die Bedenken aufgegriffen haben.