Nov 092013
 

Im Eckhaus in der ehemaligen Gneisenaustraße 16 befand sich im Erdgeschoss der kleine Frisörsalon von Werner Uhlworm . Uhlworm wurde 8. November 1899 in Gehren in der Nähe von Ilmenau geboren. 1924 heiratete er und zog nach Erfurt. Uhlworm selbst war kein Mitglied einer Partei, aber er gehörte zum Umfeld der KPD. Er war Mitglied im Rot-Sport-Verein „Vorwärts“ , der seinen Sportplatz am nahegelegenen Johannesplatz hatte und hatte darüber viele Kontakte mit Gleichgesinnten. Im Frisörladen wurden nicht nur Haare geschnitten, sondern der Laden war ein Treffpunkt für Geselligkeit und Diskussion. Zu Beginn des Jahres 1933 diente der Laden auch als informeller Versammlungsort, Uhlworm nutzte sein Motorad, um als Kurier Material für die KPD zu transportieren.

Als Werner Uhlworm sich am 19. Februar 1933 gegen Mitternacht zusammen mit drei Sportsfreunden auf den Heimweg machte, sangen sie Arbeiterkampflieder. An der Straßenecke Blücherstraße/Bühlowstraße (heute: Breitscheid-/Josef-Ries-Straße), rund hundert Meter von seinem Salon entfernt, wurden sie von zwei SA-Männern angesprochen, die in Begleitung von zwei Frauen waren. Ihnen mißfiel das Lied der Roten Sowjetflieger. Nach einem Wortwechsel zog einer der beiden eine Waffe und schoss. Werner Uhlworm starb noch am Tatort an einem Herzschuss und war damit das erste Opfer der Nationalsozialisten in Erfurt.

 

Mrz 172013
 

Seit 1945 trägt die Straße den Namen des Politikers und Publizisten Ferdinand Lassalle. Lassalle studierte Geschichte und Philosophie, eine akademische Laufbahn blieb ihm jedoch aufgrund seiner jüdischen Herkunft verwehrt. Er entwickelte sich unter Einfluss der Frühsozialisten zum revolutionären Demokraten und nahm aktiv an der Revolution von 1848/49 teil. 1863 gründete er den „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein“ in Leipzig.

 

Mrz 172013
 

Die heutige Lassallestraße wurde 1887 als Gneisenaustraße erbaut. August Wilhelm Antonius Graf Neidhardt von Gneisenau war ein preußischer Generalfeldmarschall und Heeresreformer. Er war maßgeblich an der Umwandlung der preußischen Armee zu einem Volksheer auf Basis der 1814 eingeführten allgemeinen Wehrpflicht beteiligt. Die meisten Straßen des Viertels trugen die Namen preußischer Generale (Blücherstraße, heute Breitscheidstraße; Bülowstraße, heute Josef-Ries-Straße: Yorckstraße, heute Rosa-Luxemburg-Straße, ) und verkörperten antifranzösischen Nationalismus und deutschen Militarismus.